Fachtagung Kita- und Schulverpflegung – Genießen mit Verantwortung

Mädchen blickt durch Schneebesen und Kochlöffel

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Die Ansprüche von Kindern, Schülern und Eltern werden vielschichtiger. Sie fordern vegetarische und vegane Angebote, interessieren sich verstärkt für ökologische Qualität und Herkunft der eingesetzten Lebensmittel und wollen beim Essen etwas für den Klima- und Ressourcenschutz tun, ohne dabei auf Genuss zu verzichten.

Für die Küchen wird es nicht einfacher, vor allem wenn zwar mehr Qualität gefordert wird, die Zahlungsbereitschaft dafür aber nicht in gleicher Weise steigt. Unsere Fachtagung am Donnerstag, 9. Juli 2020, in Schwandorf zeigt auf, wie dieser Spagat gelingen kann. Auch geht es um das Genießen mit Verantwortung sowie die Wirtschaftlichkeit.

Ansprechpartnerin für die jährliche Fachtagung

Christina Apel
AELF Regensburg
Lechstraße 50
93057 Regensburg
Telefon: 0941 2083-1153
Fax: 0941 2083-1200
E-Mail: poststelle@aelf-re.bayern.de

Rückblick

Fachtagung 2019

Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung
Dr. Claudia Paganini von der Universität Innsbruck ging auf die Digitalisierung in der Küche, der Kommunikation mit Beteiligten und Kunden und im pädagogischen Bereich ein. Sie wies darauf hin, dass neue Techniken und Medien - auch Buch oder Telefon - zunächst immer mit Skepsis beäugt wurden, bevor sie aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken waren. Aber sie meint auch: "Sie müssen für sich klären, wie Sie bei automatischen Abläufen mit der Verantwortlichkeit umgehen oder Ihre Schnittstellen zum Analogen definieren!"
Foren im zweiten Teil geben Zeit zum intensiven Austausch
Warum trotz Digitalisierung die Kommunikation bei der Essensausgabe nicht zu kurz kommen darf und welche wichtige Rolle dabei das Ausgabepersonal einnimmt, zeigte ein weiteres Forum. Sibylle Wilma vom Brot&Spiele Veranstaltungsservice aus Postbauer-Heng ist selbst Caterer für Kitas und Schulen. Sie berichtete von ihren Erfahrungen zur Schnittstelle zwischen Ausgabepersonal und Essensgast.
Internet und Social Media machen es uns möglich, länderübergreifend zu kommunizieren und uns weltweit zu vernetzen – auch im "echten Leben" rücken wir näher zusammen. Doch lassen sich unsere Essgewohnheiten auch mit einem Klick verbinden? Stellt Multi-Kulti am Esstisch eine Bereicherung oder eine Herausforderung dar? Dieser Diskussion stellten sich in einem weiteren Forum die Experten aus Kita, Schule und Küche:
  • Kerstin Scheimer aus der Kita am Schelmengraben Amberg
  • Gerd Reinhardt, Koch der Mittelschule Vohenstrauß
  • Natalie Bayer aus der Offenen Ganztagsschule Lappersdorf
  • Lydia Keil vom Landratsamt Regensburg
  • Heike Abt vom Institut für Kooperationsmanagement in Regensburg
Sie ließen die Tagungsteilnehmer an ihren Erfahrungen im Umgang mit anderen Esskulturen im täglichen Arbeitsumfeld teilhaben.
Wie finde ich den richtigen Speisenanbieter für meine Einrichtung?
Vanessa Veit vom Kompetenzzentrum für Ernährung aus Kulmbach gab Antworten auf diese Frage. Sie besprach Begriffe wie Ausschreibung, Vergabe und Leistungsbeschreibung. Herzstück einer jeden Ausschreibung bildet die Leistungsbeschreibung. Die Zuhörer erfuhren, wie sie diese bedürfnis- und qualitätsorientiert gestalten können und welche Punkte es im Vorfeld einer Ausschreibung zu berücksichtigen gilt.

Fachtagung 2018

Genussort Mahlzeit – Food-Trends in Kita und Schule

Die Fachtagung am 4. Juli 2018 in Weiden nahm die Esskultur und die Wertschätzung von Lebensmitteln in den Fokus. Unter anderem zeigte sie den Einfluss von Trends wie Digitalisierung und Globalisierung auf das Essverhalten von Kindern und Jugendlichen auf.
Teilnehmer waren die Verantwortlichen für die Verpflegung in Kitas und Schulen, wie Verpflegungsbeauftragte, Küchenleiter, Speisenanbieter, Lehrer und pädagogische Fachkräfte.
Die Anzahl an ständig wechselnden Nahrungstrends ist mittlerweile schier unüberschaubar geworden und macht auch vor Kitas und Schulen nicht Halt. Gerade Digitalisierung und Nachhaltigkeitsbewegungen geben die Richtung jüngster Food-Trends vor. Welche von ihnen beeinflussen Kinder und Jugendliche tatsächlich und bei welchen handelt es sich nur um kurzfristige Modeerscheinungen? Inwiefern spielt auch das Geschlecht bei der Nahrungsauswahl eine Rolle? Diese und weitere interessante Fragestellungen standen im Fokus dieser Tagung und luden zum Mitdiskutieren ein.
Foren und Markt der Möglichkeiten
Die Teilnehmer konnten in den Foren unterschiedliche Themenschwerpunkte auswählen. Ab 13 Uhr war der Markt der Möglichkeiten mit Ausstellern aus dem Bereich Kita- und Schulverpflegung geöffnet.
Esther Gajek spricht
Forum 1: Bio-Girl und Burger Freund mit Dr. Esther Gajek, Lehrstuhl für vergleichende Kulturwissenschaft, Universität Regensburg
Das Grundgesetz sieht eine Gleichstellung der Geschlechter vor, doch in vielen Bereichen lassen sich große Unterschiede ausmachen, so auch bei der Ernährung. Das Forum zeigte am Beispiel aktueller Nahrungstrends zunächst auf, wie bestimmte Nahrungsmittel, Verpackungen und Gerichte ein Geschlecht konstruieren. In einer interaktiven Einheit ging es darum, eigene Erfahrungen in Erinnerung zu bringen und vor den aktuellen Entwicklungen zu reflektieren.
Forum 2: Getränke – bunt, gesund und nachhaltig!? mit Anne Wurzbacher, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Die Getränkeauswahl in den Supermärkten wird täglich größer und gerade Kinder lassen sich von den bunten, lustig verpackten und mit allerlei Versprechen versehenen Leckereien gerne verführen. Die gesünderen Alternativen wie Wasser und Tee können da meist kaum mithalten. Im Workshop wurden die große Vielfalt vermeintlicher Getränke beleuchtet und Möglichkeiten aufgezeigt, mit denen es mit ein bisschen Phantasie gelingen kann, Kindern gesunde und nachhaltige Getränke näher zu bringen.
Forum 3: Buntes und Knackiges für kleine Schlauberger mit Dr. Petra Forster, SPUERSINN Prävention & Therapie, Stuttgart
Aromen, Farben und Konsistenz stimulieren mehr Bereiche des Gehirns als jede andere Tätigkeit. Im Forum wurde ein Blick hinter die Geheimnisse des Geschmacks und die Konsequenz auf das Lernen für Kita-Kinder geworfen.
Forum 4: Zukunftswerkstatt Bio Regio
Welche Philosophie steht hinter den Begriffen "Bio" und "Regional"? Wie komme ich an regionale und/oder ökologisch erzeugte Produkte und wie gelingt deren Einsatz im Bereich Kita- und Schulverpflegung? Im Rahmen einer Fish-Bowl-Diskussion mit Bio-Regio-Akteuren aus der Oberpfalz konnten sich die Forenteilnehmer vernetzen und bekamen Antworten auf ihre Fragen.

Fachtagung 2017

Fachtagung 2017: Richtig gut essen in Kita und Schule

"Richtig gut essen in Kita und Schule" war das Motto der Fachtagung am Donnerstag, 13. Juli 2017, in Regenstauf. Immer mehr Kinder werden heute auch am Nachmittag in Kitas und Schulen betreut. Das Angebot einer ausgewogenen Zwischen- und Mittagsverpflegung wird zunehmend wichtiger. Neben dem Elternhaus prägen Kita und Schule das Essverhalten in großem Maße mit. Kinder und Jugendliche können bei Themen wie Lebensmittelverschwendung sensibilisiert und aktiv einbezogen werden. Leitgedanken wie Gesundheit, Wertschätzung, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit der Verpflegung sind dagegen für Elternhaus, Kita und Schule oder den Speisenanbieter/Pächter wichtig. Und erfolgreich verlaufen alle Aktionen, wenn miteinander und wertschätzend gesprochen wird.
Behördenleiter Herr Hebauer begrüßt die Teilnehmer der FachtagungZoombild vorhanden

Johannes Hebauer

Fachtagung mit rund 100 Interessierten an guter Kita- und Schulverpflegung
Rund 100 Teilnehmer trafen sich im Bildungshaus Schloss Spindlhof zur Fachtagung. Die Teilnehmer ließen sich von den Themen inspirieren und tauschten sich intensiv mit Fachkolleginnen und -kollegen aus. In seinem Grußwort berichtete Bürgermeister Böhringer von den Anforderungen an die Kommune als Träger von Einrichtungen und erntete damit breite Zustimmung vom Plenum. Johannes Hebauer, Behördenleiter am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regensburg, zeigte die Zunahme und Verantwortung der Außer-Haus-Verpflegung von Kindern in Kita- und Schule auf, nachdem immer häufiger beide Eltern berufstätig sind. Es sei eine Herausforderung für alle Beteiligten, dass Essen schmecke und alle Anliegen und Vorschriften im Alltag erfüllt würden.
Über Aktuelles aus der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Oberpfalz berichtete Maria Treiber-Banse, die Leiterin des Fachzentrums. Kita- und Schulverpflegung sind seit Jahresbeginn noch enger verzahnt und arbeiten eng zusammen. Auch das Coaching für Kita und Schule wurde überarbeitet und startet im Herbst in eine neue Runde.
Susanne Dobelke stellt die bayer. Leitlinien KSV vorZoombild vorhanden

Susanne Dobelke

Neue Leitlinien Kita- und Schulverpflegung
Susanne Dobelke präsentierte die Bayerischen Leitlinien Kita- und Schulverpflegung, die das Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) in Kulmbach erarbeitete. Die zentralen Leitgedanken Gesundheit, Wertschätzung, Nachhaltigkeit und Ökonomie bieten mit praktischen Orientierungshilfen Anregungen für den Kita- und Schulalltag. Die Leitlinien bieten Anlass, sich mit der Verpflegungsqualität vor Ort auseinanderzusetzen und sich im Rahmen der jeweiligen Gegebenheiten Ziele zu setzen – sei es der vermehrte Einsatz regionaler Produkte oder die Verbesserung der Akzeptanz des Mittagessens. Träger, Speisenanbieter und Vertreter von Kitas und Schulen haben es gemeinsam in der Hand, was Kinder und Jugendliche auf ihren Tellern finden. Die Leitlinien für die Schulverpflegung wurden im Mai 2017 veröffentlicht, die Leitlinien für die Kitaverpflegung erscheinen im Herbst.

Leitlinien Schulverpflegung Externer Link

Kommunikationsexperte Peter Schmid stellt das 6-Stühle-Modell vorZoombild vorhanden

Peter Schmid

Erfolg mit gelungener Kommunikation – Vortrag und Workshop
Peter Schmid, Trainer für gewaltfreie Kommunikation, zeigte das Thema Kommunikation über das sogenannte 6-Stühle-Modell aus verschiedenen Blickwinkeln auf. Nur wenn alle Beteiligten gehört und verstanden würden, könnten Veränderungen angegangen und erfolgreich umgesetzt werden. Im Workshop vertiefte Peter Schmid die Inhalte aus dem Vortrag und zeigte zwei Methoden der gewaltfreien Kommunikation (GFK) auf. Gefühle wie Ärger und Frust entstünden oftmals aus unerfüllten Bedürfnissen, beispielsweise nach Anerkennung, Respekt oder Wertschätzung. Die GFK ist nach seiner Aussage mehr als nur eine Methode, um sich besser auszudrücken. Sie ermögliche vor allem eine empathische Verbindung zu sich selbst und dem Gegenüber - ein Gewinn für alle Beteiligten.
Hygiene-Anforderungen in der Gemeinschaftsverpflegung
Verunreinigte Tiefkühlerdbeeren und Sprossen waren zwei Lebensmittelskandale im Bereich der Gemeinschaftsverpflegung aus jüngster Zeit, bei denen die Hygiene-Anforderungen nicht beachtet wurden.
Werden Lebensmittel in einer Einrichtung produziert, verarbeitet und an Dritte weitergegeben, unterliegen Sie der Lebensmittelhygiene-Verordnung. Birgitta Pilz vom Fachzentrum Ernährung/Gemeinschaftsverpflegung in Regensburg führte gemeinsam mit Christian Gösch, dem Bezirksvorsitzenden Oberpfalz des Verbandes der Lebensmittelkontrolleure Bayern e.V. die Teilnehmer durch den Workshop. Dabei wurden Themen wie rechtliche und mikrobiologische Grundlagen, die Personal- und Küchenhygiene sowie Regeln im Umgang mit Lebensmitteln angesprochen. Im Dialog mit den Teilnehmern wurden viele Fragen aus der Praxis beantwortet.
Antonia Blumenthal vor LeinwandZoombild vorhanden

Antonia Blumenthal

Lecker Essen ohne Reste
Verpflegungsdienstleister stehen täglich vor der Herausforderung, ein gesundes und schmackhaftes Mittagessen in ausreichender Menge anzubieten. Die Lebensmittelabfälle werden selten in den Blick genommen. Dabei schont das Ressourcen und spart Kosten. Engagement und der Blick auf die Ursachen hilft Abfälle zu vermeiden. Antonia Blumenthal (Verbraucherzentrale NRW) hat in Kooperation mit elf Ganztagesschulen Daten zu Lebensmittelabfällen erhoben, Ursachen analysiert und Maßnahmen entwickelt. Ziel sei, Lebensmittelabfälle zu verringern und eine Wertschätzung von Lebensmitteln im Schulalltag zu etablieren, um eine nachhaltige Verpflegung auf den Weg zu bringen. Im Forum analysierten die Teilnehmer Ursachen für die Entstehung von Speiseresten und diskutierten Lösungen.
Schmackhafte Zwischenverpflegung in der Kita
Von wegen zwischendurch – gesundheitsförderlich und schmackhaft soll sie sein! Anika Zimmermann und Bettina Müller vom Fachzentrum Ernährung/Gemeinschaftsverpflegung Regensburg stellten das vom Kompetenzzentrum Ernährung (KErn) entwickelte Konzept zum Thema Zwischenmahlzeiten in der Kita vor. Empfehlungen, Portionsgrößen, Argumentationshilfen und die praktische Umsetzung standen dabei im Vordergrund. Mit Hilfe eines Zwischenmahlzeiten-Checks kann zukünftig schnell und zielführend die Zwischenmahlzeit der eigenen Einrichtung bewertet und optimiert werden.